Zwei Wochen Bayern lagen vor uns – und unser Zuhause auf Zeit hätte dafür kaum schöner liegen können. Unser Ferienhof befand sich in Deising, einem kleinen Ort im Altmühltal. Mit Tieren und einem landwirtschaftlichen Betrieb gehörte hier das Landleben ganz selbstverständlich zum Urlaub dazu.
Auf dem Hof lebten Katzen, Hühner samt Hahn, Hasen, Meerschweinchen, Wachteln, Pferde und Ziegen. Reiten und Traktorfahren gehörten unter anderem zu den hofeigenen Angeboten für Groß und Klein. Besonders angenehm war außerdem der morgendliche Brötchenservice: Ein Bäcker versorgte die Gäste jeden Morgen mit frischen Brötchen und Croissants.

Der stolze Hahn vom Ferienhof

Entspannter Hofbewohner auf vier Pfoten

Neugieriger Bewohner des Ferienhofs
Unsere Gastgeberfamilie war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Auch bei der Planung unserer Unternehmungen konnten wir immer wieder auf ihre Tipps für Ausflugsziele, Restaurants und andere Möglichkeiten in der Umgebung zurückgreifen. Der Hof selbst liegt im Tal direkt neben der kleinen Dorfkirche von Deising. Von unserem Balkon blickten wir über die unmittelbare Nachbarschaft zur Kirche und hinauf zum Flügelsberg, der hoch über dem Ort liegt. Ein Ausblick, an den man sich während zweier Urlaubswochen durchaus gewöhnen kann.

Der Flügelsberg hoch über Deising

Blick auf Deising – das rote X markiert unseren Ferienhof.
Im Urlaub bleibt die Küche kalt
Zu Hause gönnen wir uns nur selten einen ausgedehnten Restaurantbesuch. Im Urlaub sieht das anders aus: Dann gehen wir jeden Tag einmal essen – entweder mittags oder abends. So bleibt die Küche in der Ferienwohnung kalt und nach einem langen Ausflug muss sich niemand mehr Gedanken darüber machen, was gekocht wird.
Auch kulinarisch ließ es sich in Bayern ausgesprochen gut aushalten. Die Auswahl war groß und längst nicht auf typisch bayerische Küche beschränkt. Von regionalen Gerichten bis zu internationalen Speisen war eigentlich immer etwas dabei.
Zwei Restaurants haben es uns besonders angetan: das Da Enzo in Dietfurt und das Vivido in Kelheim. Dort hat es uns so gut gefallen und geschmeckt, dass beide besonders in Erinnerung geblieben sind.
Für uns gehört genau das zum Urlaub dazu: unterwegs sein, Neues entdecken – und sich anschließend einfach an einen gedeckten Tisch setzen. Nachfolgend ein kleiner Streifzug durch unsere kulinarischen Urlaubsmomente.

Frisch und lecker

Herzhaft und ordentlich überbacken

Ein süßer Abschluss durfte natürlich nicht fehlen.
Eine kleine fotografische Panne
Zu einem Reisebericht auf meinem Blog gehören natürlich Fotos. Dieses Mal ist die Auswahl allerdings kleiner ausgefallen als ursprünglich geplant – und das leider nicht freiwillig.
Bei der Übertragung meiner Aufnahmen von der SD-Karte auf eine externe Festplatte ist etwas schiefgegangen. Zahlreiche Dateien waren anschließend zwar vorhanden, hatten jedoch eine Dateigröße von 0 Byte und enthielten damit keine Bilddaten mehr. Ein großer Teil meiner Urlaubsfotos ging dadurch verloren.
Von einigen Orten und Ausflügen sind deshalb heute keine oder nur noch wenige Aufnahmen vorhanden. Der Reisebericht erzählt dieses Mal also ein bisschen mehr, als die Fotos zeigen können.
Die verbliebenen Fotos sind zudem eine Mischung aus Kamera- und Handyaufnahmen. Sie sollen diesen Reisebericht vor allem als persönliche Erinnerungen begleiten und einen Eindruck von unseren Erlebnissen vermitteln. Fotografische Perfektion stand dabei ausnahmsweise nicht an erster Stelle.
Riedenburg und der AltmühlBOB
Unser erster größerer Ausflug führte uns nach Riedenburg zum AltmühlBOB. Der Freizeitpark bietet unter anderem eine Sommerrodelbahn und eine Quad-Bahn – und beides musste vom Junior natürlich ausprobiert werden.
Während er mehrere Runden auf der Sommerrodelbahn drehte und anschließend die Quad-Bahn unsicher machte, ließen wir es etwas gemütlicher angehen. Bei einem Getränk genossen wir die Sonne auf der überdachten Terrasse des Parks.
Fotos gibt es hiervon aus dem bereits genannten Grund leider keine. Wer trotzdem neugierig geworden ist, kann sich den AltmühlBOB hier etwas genauer ansehen.
Ein Tag im Tierpark Hellabrunn
Am folgenden Tag ging es etwas weiter weg: nach München in den Tierpark Hellabrunn. Der 1911 gegründete Tierpark liegt in den Isarauen und wurde 1928 als erster Geozoo der Welt wiedereröffnet. Dabei wurden die Tiere nach ihrer geografischen Herkunft angeordnet.
Für einen längeren Aufenthalt ist der Tierpark gut ausgestattet. Über das Gelände verteilt fanden wir verschiedene Möglichkeiten für eine Pause oder etwas zu essen – und natürlich waren auch Toiletten vorhanden. Letzteres weiß man spätestens dann zu schätzen, wenn man den ganzen Tag in einem großen Tierpark unterwegs ist.

Aufmerksamer Beobachter

Neugieriger Blick

Elegante Erscheinung

Farben im Dunkeln

Charakterkopf

Leuchten im Dunkeln

Im Sonnenlicht

Auf Futtersuche
Mit dem Schiff durchs Altmühltal
An unserem vierten Urlaubstag sollte es aufs Wasser gehen. Eigentlich wollte ich eine Schifffahrt durch den Donaudurchbruch buchen, doch das Niedrigwasser der Donau machte uns einen Strich durch die Rechnung. Zunächst war ich darüber ziemlich enttäuscht. Unsere Alternative stellte sich allerdings als ausgesprochen schöner Ausflug heraus.

Mit dem Schiff ging es von Kelheim durch das Altmühltal nach Riedenburg.
Wir gingen in Kelheim an Bord und fuhren mit dem Schiff durch das Altmühltal nach Riedenburg. Einschließlich einer Schleusung dauerte die Fahrt etwa eineinhalb Stunden.

Unterwegs im Altmühltal
In Riedenburg hatten wir anschließend etwa zwei Stunden Aufenthalt, bevor es wieder mit dem Schiff zurück nach Kelheim ging.

Ein Blick auf Riedenburg
Unterwegs gab es immer wieder etwas zu entdecken: schöne Landschaften, Burgen und andere historische Bauwerke. Auch für unseren Junior hielt die Fahrt viele neue Eindrücke bereit – allein eine Schleusung erlebt man schließlich nicht jeden Tag.

Ein stiller Moment während unseres Besuchs einer Kirche in Riedenburg
Die Walhalla bei Donaustauf
Am 23. Juli besuchten wir die Walhalla bei Donaustauf.

Die Walhalla bei Donaustauf
König Ludwig I. ließ den monumentalen klassizistischen Bau nach Plänen des Architekten Leo von Klenze errichten. 1830 wurde der Grundstein gelegt, 1842 wurde die Walhalla eröffnet. Im Inneren werden bedeutende Persönlichkeiten mit Büsten und Gedenktafeln geehrt.

Edith Stein – Philosophin und Karmelitin
Uns beeindruckten sowohl die Architektur als auch der helle und prachtvolle Innenraum mit seinen zahlreichen Büsten und Figuren.

Im Inneren der Walhalla
Doch auch draußen hat die Walhalla einiges zu bieten. Durch ihre erhöhte Lage eröffnet sich ein großartiger Blick über die Donau und die umliegende Landschaft. Zusammen mit der mächtigen Säulenarchitektur gehörte sie für uns zu den eindrucksvollsten Bauwerken unserer Reise.

Blick über die Donau
Die Befreiungshalle in Kelheim

Auf dem Weg zur Befreiungshalle
Am selben Tag ging es weiter zur Befreiungshalle in Kelheim. Auch sie wurde von König Ludwig I. in Auftrag gegeben. Der 1842 begonnene und 1863 eingeweihte Monumentalbau erinnert an die Befreiungskriege gegen Napoleon von 1813 bis 1815.

Der Eingang zur Befreiungshalle
Bereits außen fallen die 18 monumentalen Figuren ins Auge, die als Allegorien der deutschen Volksstämme gestaltet sind. Im Inneren stehen 34 Siegesgöttinnen, sogenannte Viktorien, die sich auf vergoldete Schilde stützen.

Die Figur der Thüringer
Wir erkundeten die Befreiungshalle ziemlich genau – und irgendwann führte unser Weg nach oben. Über zahlreiche Stufen gelangten wir bis zur äußeren Galerie und umrundeten das Gebäude in luftiger Höhe. Die Aussicht von dort oben war mega. Der Aufstieg war weniger mega. Zum Glück war es an diesem Tag bewölkt und keine 30 Grad heiß. Darüber war ich spätestens auf der Treppe ausgesprochen dankbar.
Besonders der Junior war von der Befreiungshalle begeistert. Er betrachtete nicht nur die ungewöhnliche Architektur, sondern auch die vielen Figuren sehr genau.

Verzierte Säulen an der Befreiungshalle
Ein Tag in Regensburg
Am Freitag, dem 24. Juli, besuchten wir Regensburg. Die Altstadt mit Stadtamhof gehört seit 2006 zum UNESCO-Welterbe und gilt als besonders gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Handelsstadt. Zu den bekanntesten Wahrzeichen gehören der Dom St. Peter und die Steinerne Brücke. Aber auch historische Bürgerhäuser, Türme und kleine Gassen prägen das Stadtbild.
Wir wollten allerdings keine Sehenswürdigkeit nach der anderen abhaken. Stattdessen schlenderten wir gemütlich durch die Straßen und ließen die Stadt einfach auf uns wirken.
Auch das Wetter spielte mit: nicht zu heiß, nicht zu kalt – genau richtig für einen entspannten Stadtbummel.
Fotos gibt es hiervon aus dem bereits genannten Grund leider keine. Wer trotzdem neugierig geworden ist, kann sich die Regensburger Sehenswürdigkeiten hier etwas genauer ansehen.
Von Ingolstadt nach Abensberg
Einen Tag später starteten wir in Ingolstadt. Auch hier schlenderten wir zunächst gemütlich durch die Altstadt. Historische Bauwerke wie das Neue Schloss, das Kreuztor und das Münster erinnern noch heute an die lange Geschichte der Stadt.
Irgendwann meldete sich allerdings weniger unser Interesse an Geschichte als vielmehr der Hunger. Also kehrten wir bei Hans im Glück ein und gönnten uns Burger. Und danach noch Dessert. Urlaub ist schließlich Urlaub.
Anschließend fuhren wir weiter nach Abensberg. Dort wollten insbesondere der Junior und ich unbedingt den Kuchlbauer Turm und das KunstHausAbensberg sehen.

Der Kuchlbauer Turm in Abensberg
Beide stehen in enger Verbindung mit Friedensreich Hundertwasser. Der österreichische Künstler wurde unter anderem durch seine farbenfrohen, organischen Formen und seine außergewöhnlichen Architekturkonzepte bekannt. Streng gerade Linien und gleichförmige Fassaden entsprachen so gar nicht seiner Vorstellung von menschengerechter Architektur.

„Schönheit kann die Welt retten“
Der Kuchlbauer Turm geht auf einen Entwurf Hundertwassers aus dem Jahr 1999 zurück. Nach seinem Tod diente dieser seinem langjährigen Freund und Mitarbeiter, dem Architekten Peter Pelikan, als Inspiration für die eigenständige Bearbeitung und Neuplanung des heutigen Turms. Dieser entstand zwischen 2007 und 2010 und ist mit seinen runden Formen, unregelmäßigen Fenstern und der weithin sichtbaren goldenen Kugel kaum zu übersehen.

Formen und Farben des Kuchlbauer Turms

Dem Bayerischen Bier gewidmet
Direkt daneben befindet sich das KunstHausAbensberg. Das nach Plänen von Peter Pelikan zwischen 2011 und 2014 errichtete Gebäude widmet sich unter anderem Hundertwassers Leben und Werk und greift auch äußerlich dessen Formensprache auf.

Das KunstHausAbensberg
Für den Junior und mich war Abensberg deshalb ein Ziel, auf das wir uns besonders gefreut hatten. Solche Gebäude sieht man schließlich nicht jeden Tag.
Unter der Erde im Schulerloch
Zum Ende unserer ersten Urlaubswoche führte uns ein Ausflug in die Tropfsteinhöhle Schulerloch bei Essing.

Der Eingang zur Höhle – vom Schiff aus gesehen
Bei einer Führung konnten wir die Höhlenräume und Tropfsteinbildungen aus nächster Nähe erleben. Da während unserer regulären Führung nicht fotografiert werden durfte, gibt es von unserem Besuch keine Aufnahmen aus dem Inneren.
Nach all den Städten, Denkmälern und Aussichtspunkten war das noch einmal eine völlig andere Seite der Region. Allerdings mussten wir für den Weg unter die Erde zunächst einmal ziemlich weit nach oben: Vom Parkplatz führte ein Fußweg von etwa 20 Minuten bergauf zur Höhle. Bevor wir also in die Tiefe durften, mussten wir erst einmal ordentlich an Höhe gewinnen.
Beilngries und Berching
Mit Beilngries und Berching besuchten wir schließlich noch zwei kleinere historische Städte im Naturpark Altmühltal.
Beilngries liegt mitten im Naturpark Altmühltal und direkt am Main-Donau-Kanal. Die historische Altstadt wird unter anderem von mittelalterlichen Türmen und barocken Bauten geprägt.

Unterwegs durch die Altstadt von Beilngries

Historische Architektur in Beilngries
Besonders viel historischen Charme hat sich Berching bewahrt. Die nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert mit ihren 13 Türmen und vier Toren prägt bis heute das Stadtbild. Kleine Gassen und historische Häuser machen einen Spaziergang durch die Altstadt besonders reizvoll.

Die historische Stadtbefestigung von Berching

Historische Details begegnen einem in Berching überall.
Damit ging unsere erste Urlaubswoche langsam zu Ende.

Der Marienbrunnen in Berching
Und wenn wir zurückblickten, hatten wir innerhalb weniger Tage schon erstaunlich viel erlebt: Sommerrodelbahn, Tierpark, Schifffahrt, Walhalla und Befreiungshalle, historische Städte, außergewöhnliche Architektur und schließlich noch eine Tropfsteinhöhle.
Wir hatten neue Orte kennengelernt, viele Eindrücke gesammelt, gut gegessen und ganz unterschiedliche Seiten Bayerns erlebt. Manche Ziele beeindruckten durch ihre Geschichte und Architektur, andere durch Landschaft oder Natur – und manche waren einfach ein schöner gemeinsamer Familientag. Und unser Urlaub war noch lange nicht vorbei, denn eine ganze Woche Bayern lag noch vor uns. Was wir dabei erlebt haben, erzähle ich im zweiten Teil meines Reiseberichts.
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