Nach unserer erlebnisreichen ersten Urlaubswoche starteten wir auch in die zweite Woche zunächst mit einigen Ausflügen. Allerdings deutete sich langsam ein Wetterumschwung an: Die Temperaturen stiegen und wenige Tage später sollte uns die Hitze zu einer unfreiwilligen Urlaubspause zwingen. Doch zunächst stand noch ein Ort auf unserem Programm, der uns völlig unerwartet begeisterte.
Aufgrund einer Datenpanne sind auch aus dieser Urlaubswoche nicht alle Fotos erhalten geblieben. Die verbliebenen Aufnahmen sind eine Mischung aus Kamera- und Handyfotos und haben vor allem persönlichen Erinnerungswert. Sie sollen einen Eindruck von unserer Reise vermitteln und sind daher nicht mit demselben fotografischen Anspruch entstanden, den ich an meine sonstigen Arbeiten stelle.
Verliebt in Rothenburg ob der Tauber
Unsere zweite Urlaubswoche begann mit einem Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber – und diese Stadt zog uns vom ersten Moment an in ihren Bann. Ähnlich war es uns einige Jahre zuvor mit Marburg in Hessen ergangen: Man läuft durch die Straßen und weiß ziemlich schnell, dass man diesen Ort einfach mag.

Unterwegs durch die Altstadt
Rothenburg besitzt eine außergewöhnlich gut erhaltene historische Altstadt mit Stadtmauer, Türmen, Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen. Dazwischen entdeckten wir immer wieder wunderschöne kleine Details, Geschäfte und Cafés.

Historische Gassen und Türme prägen das Stadtbild.
Besonders beeindruckend ist der Marktplatz mit dem Rathaus, dessen Renaissancefassade sofort ins Auge fällt. Auch die historischen Brunnen gehören zum Stadtbild – darunter der St.-Georgs-Brunnen am Marktplatz.
St. Jakob, die große historische Stadtkirche, ist unter anderem für den Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider bekannt. Doch eigentlich war es gar keine einzelne Sehenswürdigkeit, die uns so begeisterte. Es war die gesamte Atmosphäre aus Gassen, Häusern, Plätzen und kleinen Details.

Historische Architektur unter einem ziemlich eindrucksvollen Himmel
Rothenburg ob der Tauber war für uns einfach umwerfend schön und gehört definitiv zu den Orten dieses Urlaubs, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.

Auch die kleinen Begegnungen unterwegs gehören dazu.
Abkühlung im Badesee St. Agatha
Einen Tag später wurde es bereits deutlich wärmer und man konnte langsam erahnen, was uns in den kommenden Tagen erwarten würde.
Da passte unser nächstes Ziel ziemlich gut: der Badesee St. Agatha bei Riedenburg. Der idyllisch gelegene See besitzt großzügige Liegewiesen. Während der Saison wird der Badebetrieb von der Wasserwacht betreut, außerdem gibt es einen Kiosk mit kleinem Biergarten und einen großen Parkplatz, der am Wochenende gebührenpflichtig ist. St. Agatha zählt zudem zu den EU-Badegewässern, deren Wasserqualität regelmäßig kontrolliert wird.
Wir suchten uns ein schönes Plätzchen auf der Liegewiese und genossen die Abkühlung. Den größten Spaß hatte natürlich der Junior: Er schwamm gemütlich durch den See und sprang vom Steg immer wieder ins kühle Nass. An diesem Tag genau die richtige Beschäftigung.

Vom Steg direkt ins kühle Nass
Ein Abstecher nach Eichstätt
Nach unserem Badeausflug ging es zunächst zurück in die Ferienwohnung und unter die heimische Dusche. Anschließend machten wir uns noch einmal auf den Weg. Unser Ziel war Eichstätt.

Am Marktplatz von Eichstätt
Die Bischofs- und Universitätsstadt liegt mitten im Naturpark Altmühltal und ist besonders für ihre barock geprägte Altstadt bekannt.

Liebevolle Details in der Altstadt
Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen und besuchten den Eichstätter Dom, dessen lange Baugeschichte sich in verschiedenen Baustilen widerspiegelt.

Im Eichstätter Dom

Die Orgel des Eichstätter Doms
Bevor es zurück nach Deising ging, musste allerdings noch eine letzte wichtige Station eingelegt werden: eine Eisdiele. Bei den inzwischen deutlich gestiegenen Temperaturen war das selbstverständlich eine rein vernünftige Entscheidung.
Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau
Am Mittwoch, dem 29. Juli, war der Sommer endgültig angekommen. Über 30 Grad, strahlender Sonnenschein und ein nahezu wolkenloser Himmel begleiteten uns. Trotz der Hitze machten wir uns bereits früh auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Dachau – ein Ausflug, der sich grundlegend von allem unterschied, was wir zuvor erlebt hatten.

Blick über den ehemaligen Appellplatz der KZ-Gedenkstätte Dachau
Das Konzentrationslager Dachau wurde am 22. März 1933 eröffnet und bestand bis zu seiner Befreiung durch Einheiten der US-Armee am 29. April 1945. Es diente als Modell für spätere Konzentrationslager des nationalsozialistischen Regimes und als Ausbildungsstätte für die SS. Mehr als 200.000 Menschen aus über 40 Nationen waren im KZ Dachau und seinen Außenlagern inhaftiert. Mindestens 41.500 Menschen starben dort an Hunger, Krankheiten, Folter, Mord und den Folgen der KZ-Haft.
Wir sahen das ehemalige Krematorium mit den Verbrennungsöfen, die Totenkammern und die als „Brausebad“ getarnte Gaskammer. Sie war zur Massenvernichtung von Häftlingen konzipiert. Zur massenhaften Tötung von Menschen durch Giftgas kam es im KZ Dachau jedoch nicht. Auch der Bunker, das ehemalige Lagergefängnis, gehörte zu unserem Rundgang.

Die als „Brausebad“ bezeichnete Gaskammer im ehemaligen Krematorium

Eine der Totenkammern im ehemaligen Krematorium

Verbrennungsöfen des Krematoriums

Zellentrakt des ehemaligen Lagergefängnisses
Im Zuge der Erweiterung des Lagers ließ die SS 1937/38 eine Anlage aus insgesamt 34 Baracken errichten – vier Funktions- und 30 Wohnbaracken. Die beiden Gebäude, die heute am Anfang der ehemaligen Lagerstraße zu sehen sind, sind Nachbauten aus dem Jahr 1965. Die Standorte der übrigen Baracken werden durch Betongrundrisse sichtbar gemacht.

Eine der rekonstruierten Baracken auf dem Gelände

Die Grundrisse markieren heute die Standorte der nicht erhaltenen Baracken.

Rekonstruierte Schlafplätze in der Baracke
Überall auf dem Gelände begegnet man Informationen und Zeugnissen darüber, was den Menschen hier angetan wurde. Gleichzeitig sind Wachtürme, lange Wege und die Dimensionen des ehemaligen Lagers noch immer sichtbar.

Wachturm an der Begrenzung des ehemaligen Lagers
Auf und unmittelbar am Gelände befinden sich heute verschiedene religiöse Erinnerungsorte: die katholische Todesangst-Christi-Kapelle, das Karmelitinnenkloster Heilig Blut, die evangelische Versöhnungskirche und die jüdische Gedenkstätte.
Über dieses Gelände zu gehen, war beklemmend. Man sieht die Gebäude und Orte, liest die Berichte – und weiß gleichzeitig, dass all das nicht irgendeine weit entfernte Geschichte ist, sondern genau dort geschehen ist.
Ich fand unseren Besuch sehr interessant und wichtig, gleichzeitig aber bedrückend und stellenweise beängstigend. Es war ein Ort, der uns nachdenklich zurückließ.

Gedenkstein am Krematorium
Und dann kam die Hitze
Ab Donnerstag war es mit unseren großen Unternehmungen vorbei. Die Temperaturen kletterten auf über 33 Grad und wurden für uns schlichtweg zu unangenehm. Also blieben wir auf dem Ferienhof und machten es uns so ruhig wie möglich.
Zwischendurch gingen wir für ein paar Minuten zu den Tieren, fütterten oder streichelten sie – mehr musste bei diesen Temperaturen wirklich nicht sein.

Ein kurzer Besuch bei den Tieren auf dem Ferienhof
Zum Glück hatten wir unsere erste Urlaubswoche ausgiebig genutzt und bereits unglaublich viel gesehen und erlebt. So war es gar nicht schlimm, die letzten Tage ruhiger anzugehen. Manchmal bestimmt eben nicht der Urlaubsplan den Tagesablauf, sondern das Thermometer.
Noch einmal genießen
Langsam rückte unsere Abreise näher. Am Freitagabend fuhren wir noch einmal nach Kelheim ins Vivido, das während unseres Urlaubs zu einem unserer Lieblingsrestaurants geworden war.
Am Samstagmorgen gingen wir bei Sipl in Dietfurt gemütlich frühstücken. Gemischte Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade, Croissants und alles, was zu einem ausgedehnten Frühstück dazugehört, standen auf dem Tisch.
Danach ließ sich das Unvermeidliche nicht länger ignorieren: Am Samstagnachmittag begannen wir, unsere Koffer zu packen. Zwei Wochen Bayern waren fast vorbei.
Auf Wiedersehen, Bayern!
Am Sonntag, dem 2. August, hieß es schließlich Abschied nehmen. Um genau 10 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Hause und kamen nach etwa fünfeinhalb Stunden einschließlich zweier Pausen gegen 15:30 Uhr an. Durch das sonntägliche Fahrverbot für schwere Lkw war auf den Autobahnen zwar keineswegs nichts los, der Verkehr fühlte sich aber deutlich angenehmer an.
Auch mit unserem Reisezeitraum hatten wir Glück. Die bayerischen Sommerferien begannen 2026 erst am 3. August – genau einen Tag nach unserer Abreise. Dadurch konnten wir viele Ausflugsziele besuchen, bevor dort die bayerischen Sommerferien begonnen hatten.
Wenn ich auf diese zwei Wochen zurückblicke, waren sie sehr unterschiedlich. Die erste Woche war voller Ausflüge und neuer Eindrücke. Die zweite brachte uns das wunderschöne Rothenburg ob der Tauber, die willkommene Abkühlung am Badesee und mit Dachau schließlich einen Ort, der einen ganz anderen und sehr nachdenklichen Eindruck hinterließ.
Dann kam die Hitze und zwang uns, einen Gang herunterzuschalten. Vielleicht war aber gerade diese Mischung gar nicht schlecht: viel sehen und erleben, gemeinsam unterwegs sein, gut essen – und am Ende ein paar Tage haben, an denen einfach nicht mehr viel passieren musste. Und trotz der verlorenen Fotos sind davon zum Glück mehr als genug Erinnerungen geblieben.

Auf Wiedersehen, Bayern – schön war’s!
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